Dr. Albert-Jäger-Hauptschule 2 Schwaz
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Franziskustheater

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Franziskus – der Mann aus Assisi

In Assisi – einer wunderschönen Stadt in Italien – lebten vor mehr als 800 Jahren Herr und Frau Bernardone in einem großen, prächtigen Haus. Sie handelten mit kostbaren Tuchen und waren sehr reich. Frau Bernardone brachte einen Sohn zur Welt. Der Vater des Kindes – der sich zum Zeitpunkt der Geburt auf einer Handelsreise in Frankreich befunden hatte - nannte ihn Francesco – das heißt: kleiner Franzose.

Franziskus wurde groß und hatte alles, was er sich nur wünschte, aber er war nicht glücklich. Er wollte in die Welt hinaus, um Abenteuer zu erleben. Er zog eine Rüstung an, bestieg sein Pferd und wurde Ritter. Aber Feinde nahmen ihn bereits in der ersten Schlacht gefangen und legten ihn in Ketten. Als er endlich nach einem Jahr wieder nach Hause kam, war er so schwach und krank, dass er lange Zeit nicht von seinem Bett aufstehen konnte. Als Franziskus endlich wieder gesund geworden war, wurde er ein anderer, ein neuer Mensch. Er verließ sein Elternhaus, entfernte sich auch von seinen Freunden und lebte in Armut draußen auf den Feldern und Wiesen vor der Stadt.

Auf seinen Wanderungen kam er auch zur kleinen Kirche San Damiano. Sie war arg verfallen, der Wind blies durch die Fensterhöhlen und durch das morsche Dach rieselte der Regen. Franziskus beschloss, diese Kirche wieder aufzubauen. Um das nötige Geld zu besorgen, stahl er seinem Vater drei Ballen teures Tuch und ein kostbares Pferd und verkaufte es an durchreisende Händler. Mit dem Geld ging er zur Kirche nach San Damiano zurück. Der Priester aber wollte es nicht haben, als er hörte, woher Franziskus das viele Geld hatte. Betrübt ging Franziskus fort und streifte durch Felder und Wiesen, schlief unter Bäumen, teilte sein Brot mit Hungernden, kümmerte sich um Kranke und pflegte sie. Eines Morgens kamen seine früheren Freunde. Sie fingen Franziskus ein und brachten ihn nach Assisi.

Der Vater, der sich wünschte, dass Franziskus einmal das Geschäft übernehmen sollte, hatte keine Geduld mehr. Er wollte seinen Sohn enterben. Franziskus weigerte sich aber, vor Gericht zu erscheinen, er wollte nur vor dem Bischof der Stadt erscheinen. Und so geschah es dann auch.

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Szene 1

Freunde von Franziskus bringen ihn und werfen ihn vor seine Eltern .

Freunde: Hier – seht euren Sohn! Haltet ihn fest und lasst ihn nicht mehr vor die Tür, er ist verrückt geworden!

Mutter: weint und hält sich schluchzend die Hände vors Gesicht.

Vater: außer sich vor Zorn

Du hast mich bestohlen, du hast mein Geld zum Fenster hinausgeworfen! Du hast meine Familie lächerlich gemacht! Ich werde dich enterben! Du bekommst keinen Pfennig von mir!

Bischof: Mein Sohn, was soll aus dir werden? Sag mir, was willst du?

Franziskus: steht nur da und hört schweigend zu.

Ich will Gott dienen. Das ist alles, was ich will.

Er tritt vor, zieht seine Kleider aus und wirft sie seinem Vater vor die Füße. Geld, das ihm seine Mutter zugesteckt hatte, haut er obenauf.

Hier hast du deine Kleider wieder. Du hast sie ja alle bezahlt. Jetzt habe ich nichts mehr, was dir gehört. Aber das sollst du wissen: Von jetzt an werde ich deinen Namen nicht mehr in den Mund nehmen. Ich werde nie mehr zu dir sagen, Vater Pietro Bernardone. Ich habe jetzt einen neuen Vater. Der wohnt im Himmel. Ich werde jetzt immer sagen: Vater unser im Himmel.

Der Bischof nimmt seinen Mantel und legt ihn Franziskus über die Schulter.

Der Vater rafft die Kleider zusammen, ohne sich nach links und rechts umzublicken, läuft er weg.

Von nun an wollte Franziskus nicht mehr Franziskus, Sohn des Bernardone, heißen, sondern: Franziskus, der Arme von Assisi. Viele lachten und spotteten über den „Armen von Assisi“ – doch er fand auch neue Freunde. Zwei Männer wollten sich ihm anschließen und so leben wie er. Sie gingen in die Stadt, verkauften alles, was sie besaßen, gaben ihre schönen Kleider weg und zogen einfach dunkle Tuchmäntel an, die sie Kutten nannten. Dann gingen sie mit Franziskus nach Portiunkula und bauten neben der Kirche eine Wohnhütte aus Ästen und Lehm. Jeden Tag wanderten nun Franziskus und seine Freunde von Portiunkula aus in die Dörfer und erzählten allen, die sie trafen, von Gottes Liebe und Gottes Frieden. Die Leute hörten ihnen zu und gaben ihnen manchmal etwas zu essen. Hier und dort schlossen sich ihnen Männer an. Bald waren sie zwölf. Abends teilten sie untereinander, was sie von den Leuten bekommen hatten, aßen, beteten und waren fröhlich. Wenn sie miteinander sprachen, nannten sie sich Brüder: „Bruder Peter, Bruder Leo, Bruder Bernhard, Bruder Franz ...“

Nach einiger Zeit schlossen sich viele Männer – junge und alte, arme und reiche – Franziskus an. Sie ließen sich bei der Portiunkula-Kapelle nieder und lebten in einer freundschaftlichen Gemeinschaft – einem Orden. Dieser Orden bekam den Namen „Orden der Minderen Brüder“. Franziskus wurde ihr Oberer und leitete sie. Alle, die in diesen Orden aufgenommen werden wollten, mussten feierlich versprechen, die Regel des Franzikus einzuhalten und arm, gehorsam und ehelos zu leben. Neben der Kapelle bauten die Brüder ein Mönchs-Dorf auf. Es bestand aus größeren Hütten und kleinen Zellen. So konnten die Brüder, wenn sie von ihren Bettel-Wanderungen zurückkamen, still für sich sein und in der Einsamkeit ungestört beten. Zum Essen setzten sie sich draußen hin, die bloße Erde diente ihnen als Tisch und Bank. Zum Schlafen ging jeder in seine Zelle und legte sich auf seinen Strohsack.

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Szene 2:

Bruder Franziskus ist unterwegs, um den Leuten zu predigen. Er kommt zu einem Baum, der am Wegrand steht. Auf allen Zweigen sitzen Vögel, auch unter dem Baum auf der Erde sitzen sie. Franziskus bleibt stehen, er spricht zu ihnen.

Franziskus: Ihr Vögel, meine lieben Brüder und Schwestern!

Vogel 1: zu den anderen Vögeln

Pssst, seid leise, setzt euch und hört ihm zu!

Die anderen Vögel fliegen herbei und setzen sich rund um Franziskus.

Franzikus: Lobt Gott jeden Tag von früh bis spät für alles, was er euch gegeben hat! Seht, den weiten Himmel schenkt er euch, kreuz und quer dürft ihr unter der Sonne fliegen. Ihr braucht nicht zu säen und zu ernten. Auf den Feldern und im Wald findet ihr Futter genug. Gott ist es, der euch trinken lässt aus Quellen und Bächen. Bäume lässt er wachsen, in denen ihr eure Nester bauen könnt, und gegen die Kälte hat er euch ein warmes Federkleid gemacht. Jede und jeder von euch hat eine Stimme bekommen, damit ihr singen könnt, soviel ihr Lust habt!

Nachdem Franziskus so zu den Vögeln gesprochen hat, segnet er sie.

Die Vögel stoben auseinander, fliegen auf, der Sonne entgegen und zwitschern.


Im Winter predigte Franziskus einmal in einer der Kirchen von Assisi. Unter denen, die ihm zuhörten, war auch das edle Fräulein Klara aus der Familie Scifi. Klara fühlte sich im Herzen getroffen vom Geiste Gottes, der aus Franziskus sprach. Sie beschloss, sich von ihren Reichtümern zu trennen und wie Franziskus ein einfaches, armes Leben zu führen.

Am nächsten Tag traf sie sich heimlich mit Franziskus:

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Szene 3:

Klara: läuft herbei, blickt sich ängstlich um. Guten Tag, Bruder Franz.! Ich möchte auch so leben wie du. Ich werde mich trennen von all meinen Reichtümern, um ein einfaches Leben zu führen.

Franziskus: Wenn du wirklich arm leben willst wie wir, dann komm in die Kapelle von Portiunkula. Dort sollst du eine Arme Schwester werden, so, wie wir Arme Brüder sind.

Beide gehen Richtung Altar

Klara legt ihren Schmuck ab, tauscht ihr seidenes Kleid gegen ein raues Gewand. Sie bindet ihr langes Haar auseinander und Franziskus schneidet es mit der Schere ab.

Franziskus: Zum Zeichen deiner Liebe zu Gott und den Armen hast du Reichtum und Pracht abgelegt! Du sollst nun nicht mehr Klara Scifi, das Edelfräulein, heißen, sondern von uns allen Schwester Klara genannt werden.

So kam es, dass Schwester Klara in einem nahe gelegenen Frauenkloster in Armut und Einfachheit lebte.

In dem Nachbarstädtchen Gubbio war ein Wolf, den alle fürchteten. Wenn er hungrig war und nirgends Schlaf fand, fraß er Männer, Frauen und Kinder. Franziskus versprach den Leuten, mit dem Wolf zu sprechen.

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Szene 4:

Franziskus: Entdeckt den Wolf, der zähnefletschend näher kommt. Er bleibt kurz vor Franziskus stehen.

Es ist nicht recht, Bruder Wolf, dass du die Leute von Gubbio angreifst. Du machst den Menschen Angst. Sie haben dir doch nichts getan. Wie kommst du dazu, ihnen die Schafe und Ziegen wegzunehmen? Du darfst doch auch nicht einfach Menschen anfallen. Was du getan hast, war sehr böse, Bruder Wolf. Ich möchte, dass du das nicht mehr tust. Wenn du mir versprichst, keinem mehr etwas zu Leide zu tun, will ich mit den Leuten reden, dass sie dich füttern sollen, solange zu lebst. Bist du damit einverstanden?

Wolf: nickt mit dem Kopf und legt sich friedlich dem Franziskus vor die Füße.

Franziskus: Ich weiß, Bruder Wolf, dass du im Grunde nicht böse bist. Du hast das getan, weil du Hunger hattest. Auch du bist ein Geschöpf Gottes. Auch du hast ein Recht, gut zu leben. Ich möchte, dass du mit den Menschen in Gubbio Frieden schließt.

Franziskus: Leute kommt – kommt her – fürchtet euch nicht! Der Wolf wird keinem von euch mehr schaden.

Leute kommen zaghaft näher – schauen neugierig auf die beiden.

Franziskus: Versprecht mir in Gottes Namen, dass ihr dem Wolf jeden Tag Futter gebt, solange er lebt. Dann wird er euch und euren Tieren nichts mehr tun.

Leute : Das wollen wir gerne tun!

Franziskus: wendet sich zum Wolf. Gib mir vor allen Leuten ein Zeichen, dass du dein Versprechen halten wirst.

Wolf: richtet sich auf und legt Franziskus seine Pfote in die Hand.

Von diesem Tag an ging der Wolf täglich von Haus zu Haus und die Leute fütterten ihn. Sogar die kleinen Kinder fürchteten sich nicht und stellten Schüsselchen mit Milch vor ihn hin. Nach zwei Jahren starb der Wolf. Viele Leute weinten, als sei ihnen ein guter Freund gestorben, oder wie Franziskus sagte: ein Bruder.

Nach einigen Jahren legte sich Bruder Franziskus in seiner Zelle in Portiunkula zum Sterben nieder. Von weither eilten seine Brüder herbei, um in der letzten Stunde an seiner Seite zu sein. Sie hüllten Franziskus in ein weißes Gewand, das eine fromme Frau einst für ihn gewebt und aufbewahrt hatte. Als sie sahen, dass Franziskus seine letzten Atemzüge tat, weinten sie laut. Franziskus aber hob noch einmal die Hände, segnete sie und sagte mit sterbender Stimme: „Weint nicht, meine Lieben, sondern singt wir früher von der Liebe und Freude Gottes! Ich fürchte den Tod nicht, denn der Tod ist mein Bruder.“ Und während sie noch singend den Bruder Tod begrüßten, starb Franziskus, friedlich, auf der bloßen Erde.

 

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Frau Andrea Wiestner hat ein Theterstück verfasst und mit SchülerInnen aus mehreren Klassen erarbeitet.

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